
Stillen ist einfach, wenn die Umgebung das Stillen unterstützt und Sie die richtigen Tipps für jede Situation kennen. Vor allem bei der Frage nach der richtigen Stillposition, bei Milchstau, oder beim Abpumpen von Muttermilch fehlt es oft an konkreten Hilfestellungen für den Alltag. Erfahren Sie mehr über häufige Stillprobleme und wie sich damit gut umgehen lässt.

Die Schwangerschaft ist vorbei, das Baby ist auf der Welt, aber das Stillen überfordert Sie etwas? Stillen ist ein Prozess, der erst erlernt werden muss. Wenn es zu Schwierigkeiten kommt, ist der Austausch mit anderen stillenden Mamas deshalb oft hilfreich. Auch Ihre Hebamme oder eine ausgebildete Stillberaterin beantwortet Ihnen gern alle anfallenden Fragen.
Gesetzlich versicherten Müttern stehen Stillberatungen durch die betreuende Hebamme zu. Das gilt für die gesamte Stillzeit, insbesondere aber auch für das Wochenbett.
Der wichtigste Tipp für einen gelungen Stillstart: Stillen Sie Ihr Neugeborenes rechtzeitig und häufig an – mindestens 10- bis 12-Mal pro 24 Stunden in den ersten Lebenswochen lautet die Empfehlung. So wird die Milchbildung fortlaufend angeregt und Ihr Säugling optimal versorgt.
Außerdem hilfreich für einen guten Stillstart:
Schmerzen beim Stillen sind vor allem in den ersten Lebenswochen häufig. Meist ist eine nicht ganz korrekte Anlegehaltung die Ursache für wunde Brustwarzen und schmerzende Mamillen.

Stillen sollte nicht schmerzhaft sein! Wunde Brustwarzen und Schmerzen sind deshalb immer Symptome, deren Ursachen Sie herausfinden sollten. Ihre Hebamme, eine Stillberaterin, oder medizinisches Fachpersonal unterstützt und berät Sie dabei.

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Bei Schmerzen und wunden Brustwarzen:
Tritt keine Besserung innerhalb von wenigen Tagen ein, ist ein Arztbesuch empfehlenswert. Erfahren Sie mehr über typische Stillprobleme und wie Sie am besten damit umgehen.
Vor allem in den ersten Wochen kommt es häufiger zu einem Milchstau, der sich manchmal zu einer Brustentzündung ausweiten kann. Wenn Sie harte, rötliche Stellen auf einer Brust entdecken, sich die Brust schwer oder gespannt anfühlt, können Sie:
Kommen zu den Symptomen des Milchstaus Fieber und Schüttelfrost hinzu, sollten Sie dringend einen Arzt aufsuchen.
Erfahren Sie mehr zum Thema Milchstau, wie er entsteht und möglichst vermieden werden kann.

Stillpositionen gibt es einige. Unabhängig davon, ob Sie lieber im Sitzen oder im Liegen stillen, sich mit dem Rückengriff oder der Wiegehaltung wohler fühlen, sind diese Tipps für alle Stillpositionen universell gültig:
Neugierig, welche Stillpositionen es ganz konkret gibt und für welche Situationen sie sich besonders gut eignen? Erfahren Sie mehr zu den häufigsten Stillpositionen.

Bestimmt haben Sie schon von verschiedenen Seiten Tipps dazu erhalten, wie Sie Ihre Milchbildung anregen könnten. Oft wird von bestimmten Lebensmitteln und Tees gesprochen. Aber hilft das wirklich?
Grundsätzlich gibt es nur ein Zaubermittel, um die Milchbildung anzuregen: Anlegen, anlegen, anlegen. Gibt es keine gesundheitlichen Einschränkungen bei Ihrem Baby oder bei Ihnen, dann wirkt dieses simple Zaubermittel immer. Wirkt es nicht, ist Ursachenforschung angesagt: Saugt Ihr Baby auch effektiv? Gibt es vielleicht körperliche Ursachen, die die Milchbildung behindern könnten?
Nach einer Geburt stellt sich der Körper automatisch auf die Stillzeit ein. Hormonelle Ungleichgewichte, beispielsweise durch aus dem Lot geratene Schilddrüsenhormone oder durch verbleibende Plazentareste in der Gebärmutter, können diesen Automatismus behindern. Bitte wenden Sie sich an Ihre Hebamme, eine Stillberaterin oder Ihre gynäkologische Praxis, wenn die gängigen Tipps zur Milchbildung nicht anschlagen.
Wichtig: Wenn Sie schwanger sind und stillen, kann sich die Milchmenge aufgrund der Hormonumstellung in der Schwangerschaft von selbst reduzieren. Abstillen müssen Sie deshalb aber nicht. Wie Ihnen das Stillen während einer bestehenden Schwangerschaft am besten gelingt, haben wir für Sie zusammengefasst.
Es existieren viele Vorschriften dazu, was Sie in der Stillzeit essen und trinken dürfen oder unbedingt vermeiden sollten.
Die gute Nachricht: Das meiste gehört ins Reich der Mythen. Fürs Essen gilt:
Kurz gesagt: Ernähren Sie sich ausgewogen und gesund. Vegetarierinnen und Veganerinnen sollten zusätzlich auf eine ausreichende Zufuhr von Eisen und Vitamin B12 achten, um einem eventuellen Mangel vorzubeugen.
Und beim Trinken?
Zu den vielen Ge- und Verboten in der Stillzeit gibt es noch einiges zu sagen. Wir haben einige Mythen und wichtige Tipps für Sie zusammengestellt.
Sind Mama und Baby nach der Geburt aus gesundheitlichen Gründen getrennt oder ist der Säugling nicht in der Lage effektiv zu saugen, ist eine Brustpumpe eine gute Lösung, um die Milchbildung anzuregen.
Achten Sie beim Pumpen auf:
Pumpen Sie möglichst regelmäßig ab, mindestens sechsmal innerhalb eines Tages sowie mindestens einmal in der Nacht.
Weitere Tipps und Hinweise zum Abpumpen und was bei der Aufbewahrung von Muttermilch beachtet werden sollte, haben wir für Sie zusammengefasst.

Nimmt Ihr Baby nicht oder nicht ausreichend zu? Dann kann es sein, dass Sie zufüttern müssen, in erster Linie mit abgepumpter Muttermilch. Wenn die Milchbildung noch in Gang kommen muss, kann übergangsweise auch Anfangsmilch zugefüttert werden. Damit aus dem Zufüttern kein Abstillen wird, können Sie:
Babys sollten vor allem in den ersten Lebensmonaten ausreichend zunehmen. Machen Sie sich Sorgen über die Gewichtsentwicklung Ihres Lieblings? Dann besprechen Sie sich am besten mit Ihrer Hebamme und Ihrer kinderärztlichen Praxis.

Stillen nach Bedarf ist in aller Regel die einfachste Lösung, um Ihr Baby jederzeit optimal mit allem zu versorgen, was es zum Wachsen und Gedeihen benötigt.
Das heißt, Sie Stillen je nach Bedarf von Mama und Baby. Die Stillabstände sind bei einem Neugeborenen oft noch relativ kurz und werden erst im Laufe der Zeit etwas länger. Ihr Baby wird seinen Bedarf mehr oder weniger stark ankündigen, beispielsweise durch:
Je früher Sie bei einem dieser Hungerzeichen anlegen, desto leichter gelingt das Andocken zum Stillen vor allem bei Neugeborenen und jungen Säuglingen.
Und wann haben Sie als Mama Bedarf? Beispielsweise dann:
In solchen Fällen dürfen Sie Ihrem Baby jederzeit die Brust anbieten! Die meisten Säuglinge nutzen die Gelegenheit nur zu gern.
Zum idealen Stillabstand existieren zahlreiche Mythen. Lassen Sie sich nicht dadurch verunsichern, wenn Ihr Baby keinen erkennbaren Rhythmus hat oder sich die Abstände zwischen einzelnen Mahlzeiten immer wieder ändern. Anders als beim Füttern nach festen Zeitplänen richtet sich das Stillen nach Bedarf ausschließlich nach dem tagesaktuellen, individuellen Bedarf Ihres Kindes.
Das bedeutet eben auch, dass Ihr Liebling an einem heißen Tag vielleicht häufiger stillen möchte, um zwischendurch seinen Durst zu befriedigen. An Tagen mit viel Besuch oder einem straffen Tagesprogramm sind viele ältere Säuglinge begeistert dabei und scheinen das Stillen eher zu vergessen – bis sie dann am Abend und in der Nacht alles wieder aufholen.
Beachten Sie bei Stillabständen vor allem diese Tipps:
Achten Sie auf die Hungerzeichen Ihres Babys und behalten Sie die Anzahl der täglichen nassen Windeln im Blick. Es sollten fünf bis sechs pro 24 Stunden sein. Sind Sie sich unsicher über die Anzahl der Stillmahlzeiten oder die Abstände dazwischen, besprechen Sie sich am besten mit Ihrer Hebamme oder Stillberaterin.

Jede Stillbeziehung neigt sich irgendwann dem Ende zu. Wann Sie abstillen, entscheiden Sie allein und für sich selbst. Wenn es soweit ist, können Sie:
Abstillen ist ein langsamer Prozess, der idealerweise mit der ersten Beikostmahlzeit beginnt und sich über viele Monate in kleinen Schritten vollzieht. Wenn es aufgrund äußerer Umstände deutlich schneller gehen muss, kann das für Körper und Geist belastend sein. Für Sie und für Ihr Baby ist der Verzicht auf die gemeinsame Stillerfahrung oft nicht leicht.
Im kostenlosen HiPP Mein BabyClub stehen Sie als werdende Familie im Mittelpunkt. Wir begleiten Sie ab Beginn der Schwangerschaft. Freuen Sie sich auf unsere persönlichen Geschenke für sich und für Ihr Baby, wöchentliche Tipps für die Schwangerschaft und unzählige Rabatte von exklusiven Partnern.
Stillen will gelernt sein! Seien Sie geduldig mit sich selbst und Ihrem Baby, denn Sie beide erlernen erst die vielen kleinen, notwendigen Schritte für eine entspannte, gelungene Stillbeziehung.
Achten Sie beim Stillen insbesondere auf:
Stillen nach Bedarf hat sich bewährt, um Babys unabhängig von Stillabständen oder festen Fütterungszeiten optimal und jederzeit zu versorgen. Die Abstände zwischen den Mahlzeiten und die Häufigkeit selbst nehmen im Laufe des ersten Lebensjahres von allein ab, sobald Ihr Baby Beikost zu sich nimmt und längere Schlafphasen entwickelt.
Gesetzlich Versicherte haben Anspruch auf Hebammenhilfe in der gesamten Schwangerschaft und in der Stillzeit. Diese Beratung kann persönlich, telefonisch oder auch in einer hebammengeleiteten Stillgruppe erfolgen.
Still- und Laktationsberaterinnen (IBCLC) sowie ehrenamtliche Stillberaterinnen bieten ebenfalls Unterstützung bei kleinen und großen Problemen rund um das Stillen an. In Stillgruppen, Mama-Kind-Kursen und in 1:1-Gesprächen beantworten sie Ihre Fragen und geben Tipps für eine entspannte Stillzeit.
Kinderärzte und Kinderärztinnen sind erste Anlaufstellen für Fragen rund um die Gewichtsentwicklung. Die gynäkologische Praxis sollte bei Problemen mit der Brust, beispielsweise bei einem Milchstau, oder einer Brustentzündung zu Rate gezogen werden.
Zu guter Letzt sind Online-Foren und Beratungsgruppen eine gute Möglichkeit, um sich zum Stillen und der ersten Zeit mit Baby auszutauschen. Im HiPP Mein BabyClub lernen Sie andere Eltern mit ähnlichen Fragen kennen. Probieren Sie es aus!
Babys stillen unterschiedlich häufig. Es gibt allerdings Empfehlungswerte:
Generell empfiehlt die WHO mindestens sechs Monate lang voll, und danach bei geeigneter Beikostgabe bis zum zweiten Geburtstag zu stillen. Alles, was darüber hinausgeht, hängt ganz davon ab, wie Mama und Kind das möchten. Die Häufigkeit der Stillmahlzeiten nimmt in der Regel nach dem ersten Geburtstag leicht ab und ist dann meist sehr individuell verteilt. Manche Kleinkinder stillen vor allem nachts, andere gern auch tagsüber.
Die Gesundheit Ihres Babys ist ein wichtiger Indikator. Achten Sie vor allem auf
Einige Mütter beobachten, dass parallel zum Stillen auf der anderen Seite der Brust Muttermilch austritt, andere nicht. Manche Babys schlucken deutlich hörbar, manche trinken eher lautlos. Auch große oder kleine Brüste beziehungsweise ein stark spürbarer oder eher schwacher Milcheinschuss sind keine guten Indikatoren, um eine gelingende Stillbeziehung zu identifizieren.
Bei Sorgen wenden Sie sich am besten an das medizinische Fachpersonal Ihres Vertrauens, an eine Hebamme oder eine Stillberaterin .
Für eine bessere Lesbarkeit verwenden wir bei Personenbezeichnungen meist die männliche Form wie Kinderarzt, Frauenarzt. Wichtig: Wir bringen allen die gleiche Wertschätzung entgegen.

Sabrina Sailer ist seit 2010 ehrenamtliche Stillberaterin und ausgebildete Trageberaterin. Sie arbeitet als Werbetexterin und Redakteurin und betreut zusätzlich verschiedene Angebote, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf betreffen.