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DHA in der Schwangerschaft

Warum ist DHA so wichtig?

Der Mensch ist auf die Zufuhr der essentiellen Omega-3 Fettsäure alpha-Linolensäure (ALA, Omega-3) und Omega-6 Fettsäuren Linolsäure (LA, Omega-6) angewiesen, da er diese nicht selbst herstellen kann. Diese Fettsäuren dienen u.a. als Vorstufen der sogenannten langkettigen, mehrfach ungesättigten Fettsäuren (LCP). Eine sehr wichtige langkettige, mehrfach ungesättigte Omega-3 Fettsäure ist DHA (Docosahexaensäure).

DHA kann der Körper aus der Vorläuferfettsäure ALA (z.B. in Rapsöl enthalten) bilden, allerdings erfolgt die Umwandlung nur in sehr geringem Umfang. Daher wird empfohlen „vorgeformtes“ DHA zusätzlich über die Nahrung aufzunehmen.

Besonders für die Sehkraft und Gehirnentwicklung, sowie für die Entwicklung des zentralen Nervensystems ist DHA wichtig. DHA ist die dominante Omega-3 Fettsäure im Gehirn und der Netzhaut des Auges.

DHA gelangt über die Plazenta zum Fetus und reichert sich schon während der Schwangerschaft im Gehirn und anderen Geweben des Fetus an. Da im 3. Trimester das größte Gehirnwachstum stattfindet, ist DHA vor allem in diesem Abschnitt der Schwangerschaft von Bedeutung. Nach der Geburt erhält das Baby DHA über die Muttermilch. Auch in dieser Zeit wächst das Gehirn des Babys stark weiter. Der DHA-Gehalt in der Muttermilch wird durch die DHA-Aufnahme der Mutter beeinflusst und die mütterliche Aufnahme von DHA spiegelt sich im Status des Kindes wider.

Neben Vitaminen und Mineralstoffen gehören deshalb Omega-3 Fettsäuren, speziell DHA zur gesunden Ernährung während der Schwangerschaft und Stillzeit dazu.

Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) und auch die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) sprechen sich für eine zusätzliche Aufnahme von 200 mg DHA in der Schwangerschaft und Stillzeit aus. Dies soll aber nicht bedeuten, dass während der Schwangerschaft mehr Fett aufgenommen werden soll, entscheidend ist vor allem die Fettqualität. Achten Sie deshalb darauf, hochwertige Fette mit einem hohen Gehalt an essenziellen Fettsäuren zu verwenden und auf eine ausreichende DHA-Aufnahme zu achten.

Was sind gute Lieferanten von DHA?

Fetter Seefisch (z.B. Lachs, Hering, Makrele, Sardine, Sardellen) im Durchschnitt mit über 1000 mg DHA pro 100 g ist eines der DHA-reichsten Lebensmittel. Eine geringe DHA-Menge befindet sich auch in Eigelb (ca. 180 mg/100 g), Geflügel (ca. 105 mg/100 g) und Leber (Huhn ca. 61 mg/100 g). Leber sollte aber aufgrund des hohen Vitamin A-Gehalts während der Schwangerschaft nur sehr selten gegessen werden. Auch Algen sind teilweise gute Lieferanten für DHA.

Etwa zweimal pro Woche sollte eine Schwangere Seefisch essen, davon mindestens einmal fettigen Seefisch. Gute Quellen sind z.B. Lachs oder Hering. Achten sie beim Fischkauf auf eine gute Qualität.

Für alle Schwangeren, die nicht so oft Fisch essen wollen oder können, wie z.B. Vegetarierinnen oder Veganerinnen, ist eine Supplementation von DHA zu empfehlen.

Welchen gesundheitlichen Vorteil hat die DHA-Aufnahme während der Schwangerschaft?

Mehrere wissenschaftliche Studien haben gezeigt, dass der Verzehr von Fisch bzw. die extra Zufuhr von DHA während der Schwangerschaft positive Effekte auf die Sehkraft und die Entwicklung des Kindes hat. Des Weiteren konnte gezeigt werden, dass durch eine Supplementation von mehrfach ungesättigten Omega-3 Fettsäuren das Risiko für Frühgeburten vor der 34. Schwangerschaftswoche sinkt. Es gibt Hinweise darauf, dass eine erhöhte Aufnahme von Omega-3 Fettsäuren wahrscheinlich auch einen Einfluss auf das Allergierisiko des Kindes hat. Zudem wird durch die Gabe von DHA das Risiko von Präeklampsie (Erkrankung in der Schwangerschaft, die durch erhöhten Blutdruck, vermehrte Eiweißausscheidung im Urin und Wassereinlagerungen gekennzeichnet ist) für die Mutter gesenkt, und auch das Geburtsgewicht des Kindes scheint höher zu sein. Ein Mangel an DHA bzw. Omega-3 wird ebenfalls im Kontext mit postnatalen Depressionen diskutiert.