Sonnenbrand und Sonnenstich bei Kindern

Die Sonne lacht und die gesamte Familie zieht es ins Freie. Doch mit strahlendem Sonnenschein droht auch Gefahr für die Haut. Besonders Babys und Kleinkinder können schnell von Sonnenbrand oder Sonnenstich betroffen sein. Grund dafür ist, dass ihre Haut noch sehr dünn ist und kaum über Selbstschutzmechanismen verfügt. Damit der Sonnenbrand schnell behandelt werden kann, ist es wichtig zu wissen, welche Symptome einen Sonnenbrand anzeigen. Verbrannte Haut muss schnell gekühlt werden und weitere Sonne ist bis zum Abheilen der Haut tabu. Wir erklären Ihnen alles, was Sie zu Sonnenbrand und Sonnenstich bei Babys und Kindern wissen müssen.

Sonnenbrand beim Baby oder Kleinkind erkennen

Als Erwachsene neigen wir dazu, Sonnenbrände eher auszusitzen und hinzunehmen. Doch die kindliche Haut ist einer Überdosis an Sonne schutzlos ausgeliefert. Einen Sonnenbrand bei einem Baby oder einem Kind sollten Eltern deshalb immer ernst nehmen! Medizinisch betrachtet handelt es sich um eine Verbrennung ersten Grades, die entsprechender Behandlung bedarf.

So erkennen Sie, ob Ihr Kind einen Sonnenbrand hat:

  • Die Haut ist nach drei bis vier Stunden immer noch stark gerötet.
  • Der betroffene Bereich der Haut fühlt sich heiß an.
  • Ihr Kind hat Schmerzen.
  • Die Haut schwillt an.
  • Der fragliche Bereich ist gespannt und Ihr Kind reagiert empfindlich auf Berührungen.
  • Die Haut beginnt zu jucken und brennt.
  • Im betroffenen Bereich wirft die Haut Blasen.

Melden Sie sich umgehend bei Ihrer Kinderarztpraxis, wenn Ihr Baby einen Sonnenbrand hat. Besonders im ersten Lebensjahr sind eine medizinische Begutachtung und Behandlung dringend angeraten. Kommt es im Bereich des Sonnenbrands zu Blasen, ist der Besuch einer ärztlichen Praxis umso notwendiger. Brandblasen dürfen nicht geöffnet werden, es besteht die Gefahr einer Infektion.

Außerdem sollten Sie medizinische Hilfe suchen, wenn Ihr Kind unter Fieber, Schüttelfrost, Übelkeit und Erbrechen oder Kreislaufschwierigkeiten leidet. Auch bei Symptomen eines Sonnenstichs sollten Sie Ihre Kinderarztpraxis kontaktieren.

So behandeln Sie Sonnenbrand bei Ihrem Baby

Manchmal hilft aller Sonnenschutz nichts – Ihr Kind bekommt zu viel Sonne ab und der Sonnenbrand stellt sich ein. Umso besser ist es, wenn Sie wissen, was Sie als Eltern tun können, um Ihrem Kind so gut wie möglich zu helfen:

  • Trösten und beruhigen: Die meisten von uns wissen, wie unangenehm ein Sonnenbrand sein kann. Doch erwachsene Haut steckt die Überdosis Sonne noch besser weg als Kinderhaut. Stehen Sie Ihrem Kind verständnisvoll zur Seite und bieten Sie Trost und Nähe, um Ihr Kind von dem Schmerz abzulenken.
  • Die Haut kühlen: Gerötete und empfindliche Haut kühlt man am besten durch feuchte, lauwarme Umschläge. Wichtig ist, das Kind nicht zu unterkühlen! Am besten geeignet sind Wasser, erkalteter Kamillentee oder Joghurt bzw. Buttermilch. Die Umschläge einfach 30 Minuten einwirken lassen und dann wechseln, bis Linderung eintritt.*
  • Lotions und Cremes mit Aloe Vera oder Dexpanthenol haben einen kühlenden Effekt und helfen der verbrannten Haut beim Heilen.
  • Geben Sie Ihrem Kind ausreichend zu trinken. Gerade Kinderkörper brauchen viel mehr Flüssigkeit, wenn sie großer Sonneneinstrahlung ausgesetzt waren.
  • Bevorzugen Sie für die kommenden Tage weite, weiche Kleidung, die viel Luft an die Haut lässt. Solange Ihr Kind nicht friert, bleiben die betroffenen Hautstellen am besten sogar unbekleidet.
  • Heilende Haut pflegen: Halten Sie die sich schälende Haut mit geeigneten Lotions feucht.

(*Empfehlungen von kinderaerzte-im-netz.de)

Damit der Sonnenbrand gut abheilen kann, sollten Sie außerdem folgende Dinge beachten:

  • Keine Sonne, bis die Haut vollkommen abgeheilt ist!
  • Reibung vermeiden: Enge Kleidung oder härtere Stoffe sind für die Zeit der Heilung eher ungeeignet, da die Haut sonst immer von Neuem gereizt wird.
  • Brandblasen nicht öffnen!
  • Keine Hausmittel: So gut die Großeltern ihre Ratschläge auch meinen, haben Öl, Mehl oder Puder auf dem Sonnenbrand nichts verloren. Die Haut könnte sich entzünden.
  • Nicht reiben: Beim Eincremen ist Tupfen für die Haut weniger reizend. So ersparen Sie Ihrem Kind unnötigen Schmerz.

Wie entsteht Sonnenbrand bei Babys?

Medizinisch betrachtet handelt es sich bei Sonnenbrand um eine Verbrennung. Sonnenbrand ist immer eine Folge von zu hoher UV-Einstrahlung auf der Haut. Die Schäden werden dabei von der UV-A-Strahlung verursacht. Diese schädigt die Hautzellen. Bei Kindern geschieht dies umso schneller, weil ihre Haut gerade einmal ein Zehntel der Dicke von erwachsener Haut hat.

Die für den Sonnenbrand typische Rötung entsteht durch die Erweiterung der Blutgefäße im betroffenen Bereich. Durch die stärkere Durchblutung versucht der Körper die betroffenen Hautbereiche mit Nährstoffen und Immunabwehrzellen zu versorgen, um den Heilungsprozess in Gang zu setzen.

Seinen Höhepunkt, also die Phase, in der die Haut am stärksten entzündet ist, erreicht der Sonnenbrand nach 24 bis 36 Stunden. Nach ungefähr zwei bis drei Tagen klingt die Verbrennung dann langsam wieder ab.

Die Sonnenbrandgefahr hängt vom Hauttyp ab

Unsere Haut verfügt über einen natürlichen Schutzmechanismus gegen Sonneneinstrahlung: das hauteigene Farbpigment Melanin. Dieses wird durch Sonneinstrahlung gebildet und erzeugt die Bräunung der Haut. Die braunen Farbpigmente verwandeln eindringende UV-Strahlen in Wärme und können so die Haut für eine gewisse Zeit vor Verbrennung schützen.

Bei zu intensiver Sonneneinstrahlung bekommt jeder Mensch irgendwann Sonnenbrand. Doch wie lange es individuell dauert, bis die Haut unter zu viel Sonne verbrennt, hängt von unterschiedlichen Faktoren ab:

  • Jahreszeit und Tageszeit spielen eine Rolle.
  • Der Aufenthaltsort ist ebenso entscheidend. In südlich gelegenen Ländern oder im Hochgebirge ist die UV-Strahlung sehr viel intensiver.
  • Alter und Empfindlichkeit der Haut haben ebenfalls Relevanz.
  • Auch der angewandte Sonnenschutz trägt zum Sonnenbrandrisiko bei.

Die Empfindlichkeit der Haut wird oft vom sogenannten Hauttyp bestimmt. Dieser wird in sechs verschiedenen Typen bestimmt, die sich durch unterschiedliche Merkmale auszeichnen. Ein entscheidendes Merkmal ist die Produktion von Melanin, also die Frage, wie schnell die Haut aufgrund von Sonneneinstrahlung bräunt.

HauttypMerkmale des HauttypsReaktion auf Sonneneinstrahlung
Hauttyp 1Helle, extrem empfindliche Haut. Menschen dieses Typs haben oft helle Augen und rotblondes Haar. Auch Sonnensprossen treten gehäuft auf.Bräunt nie und bekommt sehr schnell Sonnenbrand.
Hauttyp 2Helle, empfindliche Haut. Oft haben diese Menschen blaue, graue, grüne oder braune Augen und blonde bis braune Haare. Oft sind Sommersprossen vorhanden.Bräunt kaum oder nur mäßig und reagiert oft mit Sonnenbrand.
Hauttyp 3Helle bis hellbraune Haut. Personen mit Hauttyp 3 haben oft graue oder braune Augen und dunkelblondes bis braunes Haar.Bräunt schneller als die Haut von Menschen mit Hauttyp 2.
Hauttyp 4Die Haut ist hellbraun oder olivfarben. Die Augen sind braun bis dunkelbraun, das Haar ist ebenfalls dunkelbraun.Die Haut bräunt sehr schnell.
Hauttyp 5Dunkelbraune Haut und dunkelbraune Augen. Das Haar ist ebenfalls dunkelbraun bis schwarz.Die Haut bräunt sehr schnell.
Hauttyp 6Dieser Hauttyp ist dunkelbraun bis schwarz. Dazu kommen dunkelbraune Augen und schwarze Haare.Sehr schnelle Bräunung der Haut.

Unabhängig vom Farbton der Haut, kann jede Haut sehr empfindlich oder widerstandsfähig sein. Unser Hauttyp-Test zeigt, welche Pflege die richtige für Ihre Haut ist.

Diese Folgen hat Sonnenbrand bei Kindern

Kinderhaut verfügt noch nicht über ausreichende Schutzmechanismen, wie erwachsene Haut sie gegen Sonneneinstrahlung besitzt. Vor allem die Bildung von Melanin ist bei Kindern noch nicht so ausgeprägt. Die Folge: Baby- und Kinderhaut verbrennt viel schneller.

Die eindringende UV-Strahlung verbrennt aber nicht nur die Haut. Vielmehr kann das Erbgut der Hautzellen nachhaltig geschädigt werden, weil die Hautstammzellen bei Kindern viel näher an der Hautoberfläche liegen. Ist das Erbgut einmal geschädigt, wird dieser Schaden bei Kindern an sehr viele, neue Hautzellen weitergegeben. Durch ihr schnelles Wachstum verfügen Kinder nämlich über eine sehr schnelle Zellteilung. Der Sonnenschaden der Zellen wird also an neue Zellen „vererbt“.

Das meinen Fachleute, wenn sie sagen: Die Haut vergisst nie. Durch die Schädigung des Erbgutes der Hautzellen ist das Risiko für Hautkrebs bei Kindern durch wiederholte Sonnenbrände deutlich erhöht. Fachleute glauben: Bis zu 80 Prozent der Sonnenschäden entstehen durch Sonnenbrände vor dem 18. Lebensjahr. Damit steigt das Risiko für den gefährlichen „schwarzen Hautkrebs“ stark, wenn Sie Ihr Kind nicht ausreichend vor der Sonne schützen.

Wie Sie einen Sonnenstich bei Kindern erkennen und behandeln

Zu viel Sonne kann nicht nur zu schmerzhaften und folgenschweren Verbrennungen der Haut führen. Auch die Gefahr des Sonnenstichs ist erhöht. Dieser entsteht, wenn die Sonne intensiv und über längere Zeit auf den Kopf und den Nacken Ihres Babys scheint und Ihr Kind nicht durch eine geeignete Kopfbedeckung geschützt wird.

Durch die intensive Sonneneinstrahlung wird die Hirnhaut gereizt. Das kann mitunter starke Symptome verursachen. Hierbei gilt: Je kleiner Ihr Kind, desto dringender sollten Sie den Verdacht des Sonnenstichs ärztlich abklären lassen. Gerade Kleinkinder, die ihre Kopfbedeckung immer wieder absetzen, sind besonders gefährdet.

So können Sie einen Sonnenstich erkennen:

  • Der Kopf des Kindes ist sehr rot und fühlt sich heiß an, während der Körper sich normal warm anfühlt und die Körpertemperatur ebenfalls im Normalbereich ist.
  • Ihr Kind wirkt unruhig und verwirrt.
  • Das Kind klagt über Kopfschmerzen bzw. schreit viel. Ältere Kinder klagen über Schwindel oder Ohrensausen.
  • Ihr Kind erbricht oder klagt über Übelkeit.
  • Der Nacken des Kindes scheint steif zu sein.
  • Sie bemerken Kreislaufbeschwerden oder es kommt zu Bewusstlosigkeit.

Zeigt Ihr Kind Symptome eines Sonnenstichs, ist die erste Maßnahme, das Kind aus der Sonne zu holen. Legen Sie es ruhig hin und lagern Sie dabei den Kopf etwas höher. Kopf und Nacken sollten mit einem lauwarmen, feuchten Tuch gekühlt werden. Auch ist es wichtig, dass das Kind ausreichend trinkt. Behalten Sie Ihr Kind im Auge und suchen Sie bei der kleinsten Unsicherheit besser Ihre Kinderarztpraxis auf.

Rufen Sie sofort den Notarzt und leiten Sie Erste-Hilfe-Maßnahmen ein, wenn es zu einer Bewusstlosigkeit kommt! Auch mit einem Baby sollten Sie beim Verdacht auf Sonnenstich sofort medizinische Hilfe suchen.

Häufige Fragen zu Sonnenbrand bei Babys und Kindern

Können Babys im Schatten Sonnenbrand bekommen

Auch im Schatten kann UV-Strahlung auf unsere Haut gelangen, allerdings in einem reduzierten Maße. Deshalb ist ein guter Sonnenschutz, etwa durch geeignete Sonnencreme, für Kinder unerlässlich. An Tagen mit starker Sonneneinstrahlung sollten Sie Ihrem Baby am besten UV-Schutzkleidung anziehen, damit die empfindliche Babyhaut bei längeren Aufenthalten im Freien gut geschützt ist.


Wie lange dürfen Babys in der Sonne sein?

Kinder im ersten Lebensjahr gehören niemals in die pralle Sonne! Ein guter Sonnenschutz sollte vor allem im ersten Lebensjahr besondere Priorität genießen.  Dazu gehören sonnengeeignete Kleidung, der Aufenthalt im Schatten und das Meiden der Mittagshitze. Deshalb empfehlen Fachleute, im ersten Lebensjahr unabhängig von der Jahreszeit Vitamin D in Form von Tropfen zu substituieren.


Wie schütze ich mein Baby vor Sonne?

Am wichtigsten ist, dass Sie sich mit Ihrem Kind immer im Schatten aufhalten. Außerdem ist ab dem ersten Geburtstag der richtige Lichtschutzfaktor entscheidend. UV-Schutzkleidung sowie ein Sonnenhut mit Nackenschutz und Schirm sorgen dafür, dass Sie Ihr Kind vor Sonnenbrand bewahren können. Denken Sie auch daran: Sobald sich Ihr Kind in der Kinderbetreuung befindet, gehören geeignete Sonnenschutzmittel auch mit in die Kita-Tasche!


Sonnenbrand beim Baby – welche Creme?

Sollte die Haut doch zu viel Sonne abbekommen haben, empfehlen sich Lotions mit Ringelblumenextrakt oder Dexpanthenol. Bei Sonnenbrand verschreibt die Kinderarztpraxis in der Regel eine geeignete Creme. Trockene, empfindliche Haut pflegen Sie am besten mit unserer HiPP Babysanft Pflegecreme.

Autoreninfo:

Celsy Dehnert ist freiberufliche Journalistin und Autorin für Ratgebertexte. Als Mutter von zwei Kindern mit 18 Monaten Altersunterschied navigiert sie selbst durch die Abenteuer der Elternschaft. Um anderen Eltern und sich selbst die dringendsten Fragen zu beantworten, schreibt sie Ratgeber zu den Themen Familie, Schwangerschaft und Leben mit Kindern.