Schwangerschafts-Wochen

12. Schwangerschaftswoche (12. SSW): Zeit, es bekannt zu geben

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Jetzt, in der 12. SSW – dem Ende des dritten Monats - ist es Zeit Ihren Arbeitgeber über die Schwangerschaft zu informieren. Ab sofort stehen Ihnen alle Schutzmaßnahmen zu, die für werdende Mütter und zum Schutz des Ungeborenen gesetzlich geregelt sind. Ihr Baby macht nun einen großen Entwicklungssprung.

Größe und Gewicht des Babys in der 12. SSW

In der 12. Schwangerschaftswoche ist Ihr Baby bereits über fünf Zentimeter groß. Das entspricht den Maßen eines sehr großen, eines XL-Hühnereis. Zudem sollte Ihr Baby mittlerweile ein Gewicht von etwa 16 Gramm auf die Waage bringen. Durch die ständigen Bewegungen, die ein Baby jetzt im Mutterleib macht, sind die Angaben der Größe meist sehr unterschiedlich. Hinzu kommt, dass jedes Kind eine eigene Entwicklungsgeschwindigkeit hat, was ebenfalls zu Unterschieden führt. Auch die genetisch vorbestimmten Anlagen vom Vater und der Mutter führen hier zu Differenzierungen. Gerade im zweiten Trimester, also mit Beginn der kommenden Schwangerschaftswoche, werden diese Unterschiede in Größe und Gewicht besonders deutlich.

Entwicklung des Babys

In der 12. SSW, wie in den folgenden auch, ist Ihr Baby auf Längen-Wachstums-Kurs. Schnell wird es seine Maße erweitern. Inzwischen haben wichtige innere Organe ihre erste Funktion aufgenommen. Der Magen ist in der Lage Substanzen aufzunehmen. So beginnt Ihr Baby nun allmählich kleinere Mengen Fruchtwasser zu schlucken. Damit wird es seine Atmung und die spätere Nahrungsaufnahme, sowie das Schlucken, trainieren. In diesem Entwicklungsstadium spuckt das Baby das Fruchtwasser noch aus. Natürlich bedarf es hierfür viel Übung. Neugeborene, die an der mütterlichen Brust hastig trinken, verschlucken sich häufig. So ist auch nach der Geburt noch etwas Übung notwendig.

Ihr Baby ist in der 12. Schwangerschaftswoche schon sehr aktiv und nutzt den zur Verfügung stehenden Patz für allerlei Turnübungen voll aus.

Durch die parallel verlaufende Entwicklung des Reizleitungssystems, der Nervenbahnen und des Gehirns kann das Baby auf erste Reize reagieren. Wenn es in seinen wilden Bewegungen zum Beispiel etwas vor seinem kleinen Mund spürt, wird der Saugreflex ausgelöst. Dieser Reflex wird dem Neugeborenen nach seiner Geburt das Überleben sichern, denn durch das Saugen sichert es in den ersten Lebensmonaten seine Ernährung.

Mit geübtem Auge könnte man im Ultraschall schon die leichte Bewegungen des Augenlides entdecken. Doch dieser steht ja erst wieder regulär um die 20. Schwangerschaftswoche an. Auch hier bedarf es weiterer Übung, bis ein vollständiger Lidschluss möglich ist. Dieser funktioniert später ebenso durch einen Reflex, der sich beim Baby gerade ausbildet. Bei Druck auf den Bauch von außen, entfernt sich das Baby ruckartig von der Bauchdecke – auch hier steckt ein Reflex dahinter. Dies wird sich aber noch ändern, denn in den nächsten Wochen wird es auf Zärtlichkeiten von außen mit dem Hinwenden reagieren.

Noch ist es nicht möglich das Geschlecht des Babys zu bestimmen. Hier müssen Sie sich noch ein wenig gedulden. Ab der 16. SSW kann der Arzt eventuell schon feststellen, ob Sie ein Mädchen oder einen Jungen bekommen. Was aber schon gut deutlich wird ist der Fakt, ob Sie Zwillinge erwarten.

So geht es der werdenden Mama in der 12. SSW

Nun warten Sie sicher schon gespannt auf ein erstes leises Zeichen von Ihrem Bauchbewohner. Auch dies lässt noch etwas auf sich warten. Die Chance die Bewegungen Ihres Babys sanft wahrzunehmen steigt jedoch mit der zunehmenden Größe des Babys.

Häufige Anzeichen und Symptome

Die ersten Rundungen

Tatsächlich lässt sich jetzt allmählich eine Vergrößerung des Bauches feststellen. Diese begründet sich durch die Gewichtszunahme, also die Einlagerung von Fettreserven. Erst in den nächsten Wochen können Außenstehende bei Ihnen einen Babybauch vermuten. Sind Sie zum zweiten oder dritten Mal schwanger, wird die Schwangerschaft schneller sichtbar sein. Wenn Sie nun aber Ihre Familie und Freunde über die Schwangerschaft in Kenntnis setzen, dann wird die Optik Ihres Bauches bei jedem Treffen in den Mittelpunkt rücken.

Das Thema Mode und weitere, bequeme Kleidung wird nun nach und nach ebenfalls interessanter. Denn die Gewichtszunahme von etwa 250 bis 300 Gramm pro Woche nimmt nun Fahrt auf. Mit der HiPP Gewichtskurve können Sie die Entwicklung genau im Auge behalten.

Wie viel Sie tatsächlich zunehmen, und dass dies nicht aus dem Rahmen fällt, haben Sie in der Hand. Ein wichtiger Aspekt ist in der Tat die gesunde Ernährung. Essen Sie nicht für zwei und ernähren Sie sich gesund und ausgewogen. Denken Sie an ausreichend Bewegung.

Nährstoffmangel

Wenn Sie sich häufig müde fühlen, dann kann dies ein ganz normales Erscheinungsbild Ihrer Schwangerschaft sein. Ab einem bestimmten Maß, und wenn Ihre Eisenwerte dies ebenfalls belegen, dann kann es sein, dass Sie nicht genügend Eisen mit Ihrer Nahrung aufnehmen. Das ist häufig auch der Fall, wenn Sie sich vorwiegend vegetarisch oder gar vegan ernähren.

Generell steht einer vegetarischen Ernährungsweise in der Schwangerschaft nichts im Wege. Jedoch muss verstärkt darauf geachtet werden, das Fleisch und auch Fisch durch andere eiweißreiche und eisenhaltige Lebensmittel ersetzt wird. Insbesondere ist eine vegetarische Ernährungsweise, die auch Milch und Milchprodukte miteinschließt, während der Schwangerschaft vertretbar. Schwangere Frauen, die sich vegetarisch ernähren, sollten ihre Nahrungsmittel aber besonders sorgfältig auswählen, damit es zu keinerlei Nährstoffmangel kommt.

Das Risiko einer unzureichenden Eisenversorgung während der Schwangerschaft stellt eine wirkliche Herausforderung dar. Eisen aus Fleisch - das sogenannte Häm-Eisen - ist für den Körper besser verwertbar, als Eisen aus pflanzlicher Herkunft. Eisen aus Erbsen, Spinat, dunklen Früchten, Spinat und Vollkornprodukten wird vom Körper nur gering aufgenommen. Um die Aufnahme von Eisen zu erhöhen, hilft Ihnen Vitamin C bei der Einschleusung des Eisens in den Organismus.

Achten Sie daher auf die Einnahme von eisenhaltigen Lebensmitteln und ausreichend Früchten mit einem hohen Vitamin C Gehalt, wie zum Beispiel den Saft aus roten Früchten von HiPP.

Bei Frauen, die sich vegan ernähren, weder Fleisch, Fisch, noch Milchprodukte und Eier zu sich nehmen, ist die Nährstoff-Versorgung während der Schwangerschaft wesentlich komplizierter. Wenn Sie sich bisher vegan ernährt haben, dann sollten Sie sich in einer ausgewiesenen Beratungsstelle zu ihrer Situation beraten lassen. Mikronährstoffe können, bei einem eintretenden Mangel durch Nährstoffpräparate aufgenommen werden.

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Sowohl bei Vegetariern als auch bei Veganern sind daher regelmäßige Blutuntersuchungen sowie Kontrollen beim Arzt empfehlenswert.

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Die besten Tipps im Überblick

    • Wenn Sie sich vegetarisch oder vegan ernähren, dann kaufen Sie sich ein Kochbuch für diese Ernährungsform in der Schwangerschaft und lassen Sie sich umfassend fachlich beraten.
    • Terminieren Sie mit Ihrem Arzt und/oder Ihrer Hebamme die nächsten Vorsorgeuntersuchungen.
    • Fragen Sie Ihre Freunde und Verwandte doch einmal, ob sie noch Umstandskleidung im Schrank haben.

    Mögliche Fragen an Arzt oder Hebamme

    Kontrolle wichtiger Blutwerte

    Bei häufig oder ausgeprägt auftretender Müdigkeit sollten Sie Ihre Blutwerte, speziell Ihren Eisenwert, kontrollieren lassen. Auf diese Weise kann sehr zeitig ein Mangel erkannt und mittels Ernährung oder zusätzlichen Ergänzungsstoffen ausgeglichen werden.

    Häufige Fragen zur 12. Schwangerschaftswoche

    1.  Wann ist die zwölfte Schwangerschaftswoche zu Ende?

    Die 12. SSW beginnt mit 11+0 und endet mit 11+6. Nach der professionellen medizinischen Zählweise beginnt also mit dem Tag 12+0 die 13. Schwangerschaftswoche. Damit endet auch der dritte Monat der Schwangerschaft, sowie das erste Trimester, auch Trimenon genannt.
    Diese Woche wird von vielen Frauen lang ersehnt, weil mit ihrem Ablauf die Schwangerschaft als sicher gilt. Ein natürlicher Abbruch ist dann unwahrscheinlich. Nach der 12. Schwangerschaftswoche verlaufen 90% der Schwangerschaften problemlos und ohne Risiko.

    2. Wie sehen Babys in der 12. SSW aus?

    In der 12. Schwangerschaftswoche ist das Baby im Ultraschall meist am Daumen nuckelnd oder mit geballten Fäusten zu sehen. Die Finger und Zehen sind nun nicht mehr durch Häute miteinander verbunden und die Nägel beginnen zu wachsen. Das Gesicht entwickelt sich stetig weiter, ebenso wie die kindlichen Proportionen. Nun kann der Fötus seinen Mund öffnen und schließen, womit er regelmäßig Fruchtwasser trinkt. Damit trainiert er seinen Verdauungstrakt und übt zyklische Atembewegungen. Hierzu gehört ebenso der Schluckauf, der durch das Trinken des Fruchtwassers entsteht. Erste Zähnchen entwickeln sich im Kiefer, obwohl diese noch nicht mit einer Wurzel verbunden sind. Es entwickeln sich in dieser Woche die geschlechtsspezifischen Organe, auch wenn diese optisch noch nicht einem Geschlecht zugeordnet werden können. Erfahren Sie mehr über den dritten Schwangerschaftsmonat.

    3. Wo genau befindet sich die Gebärmutter in der 12. Schwangerschaftswoche?

    Die Gebärmutter hat sich in dieser Woche der Schwangerschaft bereits aufgerichtet und hat das Schambein erreicht. Diese Lokalisation des Uterus in der Schwangerschaft wird im Mutterpass mit dem Hinweis S/0 eingetragen. Ab der 12. Schwangerschaftswoche ertastet die Hebamme nun regelmäßig den Fundusstand, den oberen Rand der Gebärmutter. Als Maß werden dabei Querfinger benutzt.
    Mit dem zunehmenden Wachstum des Uterus und seiner seitlichen Ausdehnung werden künftig auch die Muskulatur und die Haut im Bereich des Bauches und der Hüfte stark in Anspruch genommen. Um das Gewebe zu unterstützen, sollten Schwangere mit der Beendigung des dritten und dem Beginn des vierten Monats die Haut regelmäßig pflegen und leicht massieren.

    4. Warum sind die ersten zwölf SSW kritisch?

    Im ersten Trimester der Schwangerschaft, welches zwölf Wochen beinhaltet, gilt das Prinzip: „Alles oder nichts“. In diesen anfänglichen Wochen einer Schwangerschaft ergeben sich entscheidende Schritte, wie die Eireifung, der Eisprung, die Befruchtung, bis hin zur Wanderung der Eizelle und ihrer Einnistung in der Gebärmutter. Alle diese Prozesse sind empfindlich und bergen so ein Risiko in sich. Durch fehlerhafte Vorgänge, genetische Besonderheiten und Vorerkrankungen eines der beiden Partner, kann es passieren, dass sich die Entwicklung nicht fortsetzen kann, oder das schwere Missbildungen entstehen. Wenn diese ein Leben des Babys oder dessen Entwicklung unmöglich machen, dann stoppt die Natur selbst die Schwangerschaft. Es folgt eine frühe Fehlgeburt. Nach der vollendeten 12. SSW ist dieses Risiko stark minimiert, sodass die freudige Botschaft verkündet werden kann.

    Autoreninfo:

    Juliane Jacke-Gerlitz ist examinierte Krankenschwester. Seit mehr als zehn Jahren ist sie in der Mütter- und Stillberatung tätig. Derzeit arbeitet sie als medizinische Autorin und psychologische Beraterin. Juliane Jacke-Gerlitz ist seit 22 Jahren verheiratet, Mutter von acht Kindern, und lebt mit ihrer Familie in Halle.