
Bewegung tut gut, auch in der Schwangerschaft. Vorausgesetzt, Mama und Baby geht es gut, steht regelmäßigem Sport in der Schwangerschaft auch mit wachsendem Babybauch nichts im Weg. Tatsächlich kann sich ein regelmäßiges Workout während der Schwangerschaft sogar positiv auswirken und das Wohlbefinden der werdenden Mutter spürbar verbessern. Erfahren Sie hier, worauf Sie beim Sport in der Schwangerschaft achten müssen.
Die wichtigsten Vorteile von Sport in der Schwangerschaft auf einen Blick:
In Bewegung zu bleiben ist für alle Menschen wichtig, denn nur mit ausreichend Bewegung kann der Körper gesund und leistungsfähig bleiben. Das gilt auch für werdende Mütter. Regelmäßiger Sport während der Schwangerschaft kann das Herz-Kreislaufsystem der Mutter stabilisieren und damit die Versorgung des Fötus verbessern. So kommen Mutter und Kind zum Beispiel in den Genuss einer besseren Sauerstoffsättigung.
Ausnahmen gelten für Risikoschwangerschaften. Bei einer bestehenden Risikoschwangerschaft bzw. bei Komplikationen, wie frühzeitigen Wehen, Blutungen oder Hyperemesis Gravidarum, sollten Schwangere nur mit ärztlicher Rücksprache Sport treiben. Lassen Sie sich von der gynäkologischen Praxis zunächst versichern, ob und in welcher Form Sport während der Schwangerschaft in Ordnung ist.
Steht dem regelmäßigen Workout nichts entgegen, profitieren Schwangere auf vielfältige Weise von Sport in der Schwangerschaft. Schon drei bis vier Sporteinheiten pro Woche mit einer jeweiligen Dauer von 30 Minuten können das Risiko für Bluthochdruck und Schwangerschaftsdiabetes nachhaltig senken.
Sport in der Schwangerschaft kann außerdem:
Vor allem, wenn Sie als werdende Mutter den Tag über viel sitzen, wird Sport in der Schwangerschaft sogar dringend angeraten. Denn die regelmäßige Bewegung stabilisiert den Beckenboden und stärkt die Rückenmuskulatur. Beides kann vor allem im letzten Schwangerschaftsdrittel zu einem verbesserten Wohlbefinden sorgen. Generell führt regelmäßige Bewegung zu mehr Energie und einem besseren Allgemeinzustand.
Darüber hinaus kann sich Sport in der Schwangerschaft auch in Hinblick auf die Geburt auszahlen: Eine Studie, die im European Journal of Obstetrics and Gynecology and Reproductive Biology veröffentlicht wurde, zeigt: Absolvieren werdende Mütter drei Mal pro Woche ein moderates Workout, kann sich die Dauer der Geburt um bis zu eine Stunde verkürzen.
Zudem gilt: Wer vor und während der Schwangerschaft regelmäßig körperlich aktiv ist, erlebt nach der Geburt des Babys oft eine schnellere Erholung und Rückbildung.
Grundsätzlich können Schwangere von Beginn der Schwangerschaft bis zum Geburtstermin Sport treiben. Wichtig ist, dass die Schwangerschaft unkompliziert verläuft und medizinisch nichts gegen ein regelmäßiges Workout spricht.
Am einfachsten fällt das Workout in der Regel im zweiten Trimester. Zu diesem Zeitpunkt sind die ersten Schwangerschaftsanzeichen, wie Müdigkeit und Übelkeit, abgeklungen. Gleichzeitig ist der Babybauch noch nicht so groß, dass er die werdende Mutter bei Bewegung einschränkt.
Es gilt: Passen Sie die Art der Bewegung an Ihr Wohlbefinden und den Fortschritt der Schwangerschaft an. Während zu Beginn der Schwangerschaft auch längere Pilates-Einheiten noch möglich sein können, werden im dritten Trimester kürzere Einheiten oft als angenehmer empfunden. Hier bietet sich etwa Schwangerschaftsyoga an.

Doch wie viel Sport ist in der Schwangerschaft erlaubt? Grundsätzlich gilt: Hören Sie auf Ihren eigenen Körper und trainieren Sie nur so lange, wie Sie sich auch gut fühlen!
Aus den unterschiedlichen Stellungnahmen von Fachleuten aus der Sportwissenschaft und der Gynäkologie lassen sich folgende Empfehlungen ableiten:
Wie viel Sport in der Schwangerschaft angeraten ist, hängt auch vom Trainingszustand vor der Schwangerschaft ab.
Denken Sie daran: Die Bewegung soll Ihnen vor allem Spaß machen und dazu beitragen, dass Sie sich besser fühlen. Verausgaben Sie sich also nicht, um irgendwelche Trainingsziele zu erreichen, die Ihrem Zustand gar nicht angemessen sind.
Bei allen Empfehlungen zur Bewegung in der Schwangerschaft gehen Fachleute immer von einer moderaten Belastung aus. Als moderat gilt die Bewegung, wenn eine gewisse Pulsfrequenz nicht überschritten wird. Dieser Pulsbereich ist altersabhängig:
Am besten lässt sich das mit Hilfe eines eigenen Pulsmessgerätes überprüfen. Viele Smartwatches verfügen über entsprechende Funktionen, die oft genau genug sind, um ein Gefühl für die eigene Belastung zu bekommen.
Noch einfacher ist allerdings der sogenannte Talk-Test: Demnach ist die Belastung während des Workouts dann genau richtig, wenn Sie sich unter der Belastung noch entspannt mit jemandem unterhalten können, ohne außer Atem zu geraten.
Bei der Wahl der richtigen Sportart während der Schwangerschaft muss man häufig gar nicht groß kreativ werden: Auch die Alltagsbewegung kann schon völlig ausreichend sein. Dazu gehören beispielsweise ein schneller Spaziergang in der Mittagspause oder das Treppensteigen. Solange die Sturzgefahr nicht zu groß ist, können Schwangere auch das Auto stehen lassen und stattdessen mit dem Rad fahren, um Bewegung in ihren Alltag einzubauen.

Ob Sie Ihren Alltag aktiv gestalten oder sich feste Trainingseinheiten einplanen: Ausreichend Flüssigkeit ist in der Schwangerschaft äußerst wichtig. Schwangere sollten täglich mindestens 1,5 bis 2 Liter Wasser oder ungesüßten Tee trinken.
Wollen Sie sich feste Trainingseinheiten pro Woche einplanen, sind folgende Sportarten in der Schwangerschaft bestens geeignet:
Obwohl Ausdauersport in der Schwangerschaft zu bevorzugen ist, gilt für Jogging hier eine klare Ausnahme. Nur Schwangere, die schon vor der Schwangerschaft geübte Läuferinnen waren, sollten auch während der Schwangerschaft weiterhin laufen gehen. Neueinsteigerinnen sollten lieber bei sanften Gangarten wie dem Nordic Walking bleiben. Grund hierfür ist das erhöhte Verletzungsrisiko in der Schwangerschaft. Durch die Hormonumstellung werden die Bänder weicher. Das führt schneller dazu, dass Läuferinnen umknicken und sich ernsthaft verletzen. Außerdem können die abrupten Auf- und Abwärtsbewegungen beim Laufen einen schädigenden Einfluss auf den Bewegungsapparat haben, wenn die Muskulatur hierfür nicht ausreichend ausgebildet ist.
Vor allem Sportarten mit erhöhtem Verletzungsrisiko oder der Gefahr der Überlastung sollten in der Schwangerschaft bestmöglich vermieden werden. Das bedeutet vor allem: Leistungssport und Wettkämpfe müssen leider warten. Auch sollten selbst erfahrene Läuferinnen das Joggen früher oder später lieber gegen sanfteren Ausdauersport eintauschen.
Ebenfalls zu vermeiden, um das Verletzungsrisiko zu minimieren:
Kein Training bei Hitze! Der schwangere Körper wird durch hohe Temperaturen stark beansprucht. Ein Workout in der Sonne während der Schwangerschaft oder bei hohen Temperaturen zieht ein größeres Risiko für eine mögliche Ohnmacht nach sich.
Im kostenlosen HiPP Mein BabyClub stehen Sie als werdende Familie im Mittelpunkt. Wir begleiten Sie ab Beginn der Schwangerschaft. Freuen Sie sich auf unsere persönlichen Geschenke für sich und für Ihr Baby, wöchentliche Tipps für die Schwangerschaft und unzählige Rabatte von exklusiven Partnern.
Workouts, die vor allem die Bauchmuskulatur ansprechen, sind etwa bis zur 20. SSW in Ordnung. Ab der 21. Schwangerschaftswoche sollten Schwangere das Training der geraden Bauchmuskulatur einstellen. Andernfalls entsteht das Risiko einer ausgeprägten Rektusdiastase. Die schrägen Bauchmuskeln können allerdings weiterhin trainiert werden. Hierfür sind statische Übungen am besten geeignet. Suchen Sie sich im besten Fall Rat bei ausgebildeten Trainerinnen oder Trainern.
Bislang konnten Studien keinen Zusammenhang zwischen Sport in der Schwangerschaft und dem Auftreten von Fehlgeburten herstellen. Stattdessen ließen sich zahlreiche positive Effekte nachweisen. Fachleute gehen sogar davon aus, dass regelmäßige Bewegung in der Schwangerschaft die Wahrscheinlichkeit eines notwendigen Kaiserschnitts senken kann.
Schwangere sollten mit der Wiederaufnahme des Trainings immer mindestens das Wochenbett abwarten, also die ersten acht Wochen nach der Geburt. Diese Zeit benötigt der Körper zur Wundheilung und für eine erste Rückbildung der Gebärmutter. War die Geburt ein Kaiserschnitt, sollten Mütter sogar bis zu zehn Wochen abwarten, damit die Kaiserschnittnarbe ausreichend ausheilen kann. Im Anschluss an diese Schonfrist können Mütter mit dem Rückbildungskurs beginnen, an welchen sanftes Training anschließen darf.
Auch in der Frühschwangerschaft ist Sport völlig in Ordnung, solange Schwangere sich keiner Überlastung aussetzen. Bewegung an der frischen Luft kann sogar aufkommende Schwangerschaftsübelkeit lindern. Es sind aber sanfte, unaufgeregte Sportarten zu bevorzugen, weil das Risiko für Fehlgeburten bis zur 12. Schwangerschaftswoche am höchsten ist.
Für eine bessere Lesbarkeit verwenden wir bei Personenbezeichnungen meist die männliche Form wie Kinderarzt, Frauenarzt. Wichtig: Wir bringen allen die gleiche Wertschätzung entgegen.

ist freiberufliche Journalistin und Autorin. Als Mutter von zwei Kindern mit 18 Monaten Altersunterschied navigiert sie selbst durch die Abenteuer der Elternschaft. Um anderen Eltern und sich selbst die dringendsten Fragen zu beantworten, schreibt sie Ratgeber zu den Themen Familie, Schwangerschaft und Leben mit Kindern.